Pressemitteilung zur Veranstaltung vom 28. Januar 2016

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Die Forschungsstelle für Familienunternehmen der Universität Bayreuth (FoFamU) legte am 28. Januar 2016 in Bayreuth einen sehr gelungenen Start für die Internationale Vortragsreihe „Familienunternehmen: Chancen und Herausforderungen“ hin, die in Kooperation mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/M. und der Wirtschaftsuniversität Wien veranstaltet wird.

Prof. Dr. Jessica Schmidt, Direktorin der FoFamU, begrüßte hierzu rund 200 Unternehmerinnen und Unternehmer, Professoren und Studierende an der Universität Bayreuth und stellte die exklusive Vortragsreihe der drei Institutionen vor.

IHK-Präsident Heribert Trunk stellte in seinem anschließenden Grußwort sowohl die hervorragende Wirtschaftsinfrastruktur in Oberfranken als auch den außergewöhnlich hohen Anteil der hier erfassten familiengeführten Unternehmen heraus und zeigte sich erfreut über die gut eingeführte Zusammenarbeit seiner Kammer mit der FoFamU.

Prominenter Gastredner war Familienunternehmer Stefan Hipp, Geschäftsführender Gesellschafter der HiPP GmbH & Co. Vertriebs KG.

Zu dem Thema „Der ehrbare Kaufmann“ gab er dem Plenum einen offenen und plastischen Einblick in die Unternehmensgeschichte des berühmten Babynahrungs-Herstellers HiPP. Aus den kleinen Anfängen seit Ende des 19. Jahrhunderts ist ein global agierendes mittelständisches Unternehmen geworden. Dem Management sei es wichtig, ethisch richtig zu handeln, wobei nachhaltiges Handeln, Umweltschutz, der faire Umgang mit den etwa 6.000 zuliefernden Landwirten, den Kunden und den Mitarbeitern, Grundtugenden eines ehrbaren Kaufmanns seien. Die von einem Studenten während eines Praktikums konzipierte Ethikrichtlinie des Hauses sei umgesetzt und stelle sicher, dass diese Tugenden bei HiPP eingehalten werden.

Der langfristige Unternehmenserfolg basiere auf dem wertebewussten Handeln der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern. Die Mitarbeiter, so Hipp, seien das Grundgerüst des Unternehmens, welchen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse. So sei es als ehrbarer Kaufmann wichtig, bereits bei der Auswahl der Mitarbeiter neben der beruflichen Qualifikation auch die sozialen Kompetenzen zu berücksichtigen. Flexible Arbeitszeitmodelle, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und persönliche Förderung seien wesentliche Aspekte der Mitarbeiterbindung an das Unternehmen HiPP.

Nach den praktischen Ausführungen von Hipp referierte Prof. Kay Windthorst, Geschäftsführender Direktor der Forschungsstelle, zum Thema „Family Governance als Schnittstelle von Praxis  und Wissenschaft“.

Nach einer kurzen Einleitung grenzte Windthorst die Begriffe „Family Governance“ und „Corporate Governance“ voneinander ab, die auf zwei unterschiedliche Systeme, Familie einerseits, Unternehmen andererseits, abzielen, für die unterschiedliche Bedingungen gelten. Trotz dieser Divergenzen seien Family Governance und Corporate Governance bei Familienunternehmen strukturell und funktionell miteinander verklammert.

Windthorst zeigte vor allem die resultierenden Konfliktfelder auf. So sei die unterschiedliche Betrachtungsweise zwischen Family Governance und Corporate Governance ein Grund für Konflikte in Familienunternehmen. Beispielsweise gestalte sich die Nachfolgeregelung oder die Besetzung von Unternehmensgremien bei Familienunternehmen im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen meist schwieriger, weil emotionale und sachliche Erwägungen bei dieser Entscheidung zusammentreffen. Nach der Vorstellung von Lösungsansätzen aus Theorie und Praxis wies Professor Windthorst abschließend auf die ausbaufähige Kooperation zwischen Praxis und Wissenschaft hin. Der Wissenschaft, so Windthorst, fehle es oft an belastbarem Informationsmaterial, für die Unternehmen könnten hingegen wissenschaftliche fundierte Best-Practice-Modelle nützlich sein.

Zum Schluss der Veranstaltung moderierte der Geschäftsführer der FoFamU, Dr. Michael Hohl, die Diskussion, bei der zahlreiche Fragen aus dem interessierten Plenum gestellt wurden. Beim anschließenden Austausch im Foyer der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth wurde so mancher Gedanke weiter vertieft.

Bilder des Abends finden Sie auf unserer Facebook-Seite.

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