Nachbericht: Vortrags- und Diskussionsabend "Internationalisierung im Mittelstand und Familienunternehmen"

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Am 19. Juli 2017 veranstaltete die Forschungsstelle für Familienunternehmen der Universität Bayreuth (FoFamU) in Kooperation mit KPMG, CMS Hasche Sigle und der IHK Oberfranken für Bayreuth einen Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema Internationalisierung im Mittelstand und Familienunternehmen.

Nach einleitenden Worten der stellvertretenden Geschäftsführerin der IHK Oberfranken für Bayreuth, Gabriele Hohenner, welche vermehrt auch bei oberfränkischen mittelständischen Unternehmen eine internationale Orientierung feststellte, machte Prof. Dr. Kay Windthorst, geschäftsführender Direktor der Forschungsstelle, die strategische Bedeutung des Vortragsthemas deutlich. Nur durch die gesammelte Kompetenz aller Institutionen aus Forschung, Wirtschaft und den Unternehmen könne eine umfassende Darstellung des Problems und dessen Lösungsmöglichkeiten erfolgen.

Karl Spangler, KPMG, befasste sich in seinem Vortrag mit den aktuellen steuerlichen Rahmenbedingungen als Voraussetzung für eine gelungene Internationalisierung. Hier ging er insbesondere auf das bereits verabschiedete „BEPS“-Projekt ein, dem sich alle Staaten der OECD, der G20, sowie Entwicklungs- und Schwellenländer angeschlossen haben. Ziel ist es schädlichen Steuerwettbewerb der Staaten und aggressive Steuerplanungen international agierender Konzerne zu vermindern. Eine Beeinflussung von Unternehmen aufgrund des jeweiligen national festgelegten Steuersystems, ergebe sich durch die Einschränkungen von Grundfreiheiten im Unternehmensprozess, regulatorische Unterschiede und auch wirtschaftliche Veränderungen. Dies mache die grundlegendste Steuerveränderung der letzten Jahrzehnte, auch aufgrund der grenzüberschreitenden Tätigkeit der Unternehmen, erforderlich.

Dr. Armin Schmiedeberg, KPMG, ging auf die geplante US-Steuerreform und die damit einhergehenden Handlungsmöglichkeiten der amerikanischen Wirtschaft ein. Durch die nahezu vollkommende Änderung des angelegten Wertsteuerprinzips, der Besteuerung am Verbrauchsort, ergäbe sich für die amerikanische Regierung ein steuerlicher Turboeffekt, der vor allem Standortentscheidungen beeinflusse. Durch die Umstellung des Steuerprinzips könnten etwaige negative Handelsdefizite der USA verbessert werden, dies stelle aber gleichzeitig eine Pönalisierung von Unternehmen mit hoher Exportquote dar.

Dr. Simon Sabel, CMS Hasche Sigle, stellte vor dem Hintergrund des seit den 1960er Jahren zu beobachtendem Anstiegs von Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland die rechtlichen Rahmenbedingungen einer Expansionsstrategie im Ausland dar. Hier nahm er eine differenzierende Betrachtung der rechtlichen Investitionsmöglichkeiten im Rahmen einer Tochtergesellschaft, eines Unternehmenskaufs oder eines Joint Venture vor und erläuterte diese auch im Hinblick auf das jeweilige Auslandsinvestitionsrecht.

Im Folgenden ergab sich eine angeregte Diskussion über rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen einer Standortverlagerung, beziehungsweise Standorterweiterung im Ausland. Insbesondere im Hinblick auf mittelständische Familienunternehmen wurde deutlich, dass es hier einer ausgefeilten Strategie bedarf, auch in der Unternehmerfamilie selbst,

Das Team der Forschungsstelle für Familienunternehmen bedankt sich herzlich bei den Referenten und der IHK Oberfranken für Bayreuth, die wieder einmal die perfekte Gastgeberin für  einen instruktiven Vortragsabend und ein angenehmes Get-Together war.

 

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