Unternehmerdialog-Frühstück bei BEKA

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Am 07.11.18 war die Forschungsstelle für Familienunternehmen (FoFamU) im Rahmen eines Unternehmerdialog-Frühstücks bei BEKA (Baier + Köppel GmbH + Co. KG) in Pegnitz zu Gast. Der Einladung der FoFamU folgten rund 20 Gäste, darunter zahlreiche Familienunternehmer sowie der Erste Bürgermeister von Pegnitz, Uwe Raab, und Altbürgermeister Manfred Thümmler.

Nach einleitenden Grußworten stellte der Geschäftsführer der FoFamU, Dr. Michael Hohl, die FoFamU vor. Dabei ging er auf verschiedene Forschungsprojekte, wie etwa zur Erbschaftssteuer, ein.

Anschließend erläuterte der geschäftsführende Gesellschafter der BEKA, Bernhard Köppel, die Historie dieses Familienunternehmens. Dieses wird in der dritten Generation geführt und ist auf dem Gebiet der Schmiersysteme tätig. Ihren Ausgang nahm die Unternehmung während der 1920er Jahre im Bereich der Herstellung von Ölschmierpumpen für Motorräder und Flugzeuge in Nürnberg.

Der Standort Pegnitz wird in vielerlei Hinsicht als Wettbewerbsvorteil betrachtet. Die Unternehmensstruktur ist durch flache Hierarchien gekennzeichnet. Im international Kontext sei zwar fraglich, ob BEKA ein Vorteil als „Familienunternehmen“ habe. Jedenfalls seien aber das Leitbild, die Philosophie und die Struktur des Familienunternehmens Motivationsfaktoren für die Mitarbeiter.

BEKA setzt als weltweit tätiges Unternehmen vor allem auf den F&E-Sektor, dem ca. 10 % der rund 1.200 Mitarbeiter angehören. Als weitere Tätigkeitsfelder von BEKA führt Herr Köppel Mobilität, Logistik und den Erneuerbaren-Energie-Sektor, die Digitalisierung bis hin zur Lebensmittelindustrie und das Unterhaltungsgeschäft auf. Als für die Zukunft besonders wichtig erachtet Herr Köppel den Bereich des „Minings“. Bei einer solchen Vielzahl an Sparten sei die sog. „Margendisziplin“ das entscheidende Kriterium.

Nach dieser eindrucksvollen Einführung in die Geschichte und Organisation des Familienunternehmens leitete Dr. Hohl zum Vortrag von Prof. Dr. Daniel Baier, Inhaber des Lehrstuhls für Innovations- und Dialogmarketing an der Universität Bayreuth und einer der Direktoren der FoFamU, über. Gegenstand des Vortags waren aktuellen Forschungsergebnisse zur Innovationsfähigkeit von Familienunternehmen. In Fokus seines Impulsreferates stand die Frage, ob Familienunternehmen auch als System für Promotoren-Netzwerke dienen können. Hierfür skizzierte Prof. Dr. Baier die Vorteile von derartigen Kooperationen und zeigte zugleich auf, dass Familienunternehmen hervorragende Voraussetzungen für Innovationen auf den Produkt- und Dienstleistungsmärkten bieten, da sie u.a. über eine hohe Ausbildungsquote, regionale Verwurzelung und unbürokratische Strukturen verfügen. Nichtsdestotrotz werden Kooperationen bei einer Großzahl von Familienunternehmen auch skeptisch gesehen, so dass in diesem Bereich für Familienunternehmen noch große Entwicklungspotenziale bestehen.

Da die Kooperation zwischen Familienunternehmen und Start-Ups immer weiter voranschreitet, werden deutschlandweit zunehmend regionale Gründerzentren errichtet. Hierzu zählt auch das Regionale Innovationszentrum (RIZ) der Stadt und Universität Bayreuth, zu dem Herr Prof. Dr. Baier die Anwesenden über den aktuellen Stand der Planung informierte.

Bei der Diskussion und dem anschließenden Get-together stimmten die Gäste überein, dass der enge Bezug zum jeweiligen Standort eine wichtige Eigenschaft von Familienunternehmen darstellt und die Nachfolgeproblematik im Familienunternehmen in der unternehmerischen Praxis nach wie vor ein komplexes Problem ist. Das Team der FoFamU bedankt sich vielmals bei den Referenten sowie bei BEKA für das angenehme Veranstaltungsambiente und freut sich schon jetzt auf weitere spannende Unternehmerdialogveranstaltungen im Jahr 2019.

V.l.n.r.: Dr. Michael Hohl (Geschäftsführer FoFamU), Rudolf Brendel (Geschäftsführer BEKA), Prof. Dr. Daniel Baier (Inhaber des Lehrstuhls für Innovations- und Dialogmarketing an der Universität Bayreuth und einer der Direktoren  der FoFamU), Bernhard Köppel (Geschäftsführender Gesellschafter BEKA)

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