Unternehmerdialog-Frühstück bei SiLi

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Für den ersten Unternehmerdialog im Jahr 2019 war die Forschungsstelle für Familienunternehmen (FoFamU) am 14.05.19 im Rahmen eines Unternehmer-Frühstücks zu Gast bei der Sigmund Lindner GmbH (SiLi) in Warmensteinach. Unserer frühmorgendlichen Einladung waren rund 30 Gäste gefolgt darunter zahlreiche Familienunternehmerinnen und -unternehmer aus der Region.

 Dr. Michael Hohl, Geschäftsführer der FoFamU, eröffnete die Veranstaltung mit kurzen Grußworten und berichtete neues aus der FoFamU. Insbesondere ging er darauf ein, dass es seit Mai 2019 die Stiftungsprofessur für das Recht der Familienunternehmen unter der Leitung von Prof. Dr. Staake an der Universität Bayreuth gibt, wodurch die Forschungsstelle in der Zukunft noch attraktiver und schlagkräftiger wird.

Anschließend präsentierte der geschäftsführende Gesellschafter unserer Gastgeberin, Herr Stefan Trassl, die Entwicklung seines Unternehmens. Das Familienunternehmen wird seit 1854, mittlerweile in der fünften Generation, unter dem Leitsatz „The german spirit of quality“ eigentümergeführt. Das Produktsegment hat sich von bloßen Glaskugeln für Schmuck über technische Glaskugeln (1970), Glitter insbesondere für die Kosmetikindustrie bis hin zu technischen Keramikkugeln (2002) stetig erweitert. Mittlerweile führt das Unternehmen diese drei Produktgruppen auch erfolgreich im Ausland, insbesondere in Russland, China und den USA. Ihr größtes Werk hat SiLi momentan in China, wobei die Produktion und der Vertrieb von Deutschland aus in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll.

Ein wichtiges Anliegen ist Stefan Trassl ständige Innovation und die Forschung über eine möglichst nachhaltige Produktion. Das Unternehmen investierte deshalb in eine Photovoltaikanlage sowie in biologisch abbaubare Produkte und Verpackungen, insbesondere im Bereich Glitter (SiLiGlit). Die Zukunftsvision des Unternehmers, der „SiLi-Traum“, ist es, die Gesellschaft in den nächsten 10 Jahren intakt und wettbewerbsfähig der sechsten Generation übergeben zu können.

Nach dieser eindrucksvollen Einführung in die Geschichte und Organisation des Familienunternehmens hatten die Teilnehmer bei Kaffee und Brötchen die erste Gelegenheit, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen. Dr. Hohl leitete anschließend zum Vortrag von Prof. Dr. Dr. Alexander Brink, Professor für Wirtschafts- und Unternehmensethik an der Universität Bayreuth, über. Gegenstand des Vortrags war die „Ethik im Zeitalter der Digitalisierung – wie unsere Familienunternehmen mit Werten gewinnen“. Professor Brink plädierte hierbei insbesondere für eine Wertepositionierung der Unternehmen als Schlüsselfaktor im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Er stellte dar, dass insbesondere Familienunternehmen die Möglichkeit haben, sich am Markt gegenüber Konzernen abzusetzen, indem sie die von ihnen verkörperten Werte leben.

Familienunternehmen sind nicht nachahmbar und können sich deshalb besser von anderen Strukturen differenzieren. Führungsstrategien sollten zukünftig deshalb, laut Professor Brink, insbesondere auf die Einbindung von Normen in den Unternehmenszweck gerichtet sein. Nur wer sich mit einer klaren Wertestruktur am Markt positioniert und damit gleichzeitig Kunden und Mitarbeiter erreichen kann, wird zukünftig erfolgreich sein. Familienunternehmen wie SiLi haben die Möglichkeit, durch Integrität und Interaktion mit den Mitarbeitern und ihrer Umgebung, sich einen Wettbewerbsvorteil durch Wertepositionierung zu verschaffen und ihre Wertvorstellungen authentisch im Unternehmen, aber auch nach außen zu leben. Herr Brink zeichnete ein zuversichtliches Zukunftsbild für die dauerhafte Relevanz ethischer Werte trotz unaufhaltsam steigender Digitalisierung in der Wirtschaft.

Bei den anschließenden Fragen an Professor Brink zeigten die Unternehmerinnen und Unternehmer reges Interesse an dem Thema. Anschließend bestand die Möglichkeit für weiterführende Gespräche und zum Netzwerken.

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